Zielsetzung des Projekts TUSEC-IP
Stadtgebiete in den Alpen und Voralpen zählen zu den
dynamischsten Regionen Europas. Bis heute nimmt der Boden-
und Landverbrauch noch immer weiter zu, obwohl aufgrund
der landschaftlichen Begebenheiten die Nutzungsflächen
dort sehr begrenzt sind. In diesem Ökosystem spielen
der Boden und seine natürlichen Funktionen eine bedeutende
Rolle. Um in diesen empfindlichen Regionen eine ausgeglichene
und nachhaltige Raum- und Wirtschaftsentwicklung zu gewährleisten,
müssen diese Aspekte bei Planungsverfahren stärker
berücksichtigt werden (siehe auch EUREK, Alpenkonvention).
Die Entscheidungsfindung, wie Land und Boden genutzt werden
sollen, ist eine der wichtigsten und verantwortungsvollsten
Aufgaben von Städten, Ballungsgebieten und Kommunen.
Jedoch sind diese trotz der bestehenden rechtlichen Grundlagen
(z. B. Umweltverträglichkeitsprüfung) noch nicht
ausreichend vorbereitet. Oft liegen nur unzureichende Grunddaten
vor oder die verfügbaren Daten sind nicht für
eine Nutzung seitens der Planer und Kommunalbehörden
ausgelegt. Durch das Projekt TUSEC-IP wird ein Verfahren
für die Bodenbewertung entwickelt, das von allen Kommunen
der Alpenregion, unabhängig davon, ob es sich um größere
Städte oder kleine Marktstädtchen handelt, als
Werkzeug für alle Planungsprozesse genutzt werden kann.
Deshalb muss das Verfahren einfach, anwenderorientiert,
nachvollziehbar aber dennoch wissenschaftlich fundiert sein.
Um das Verfahren auf alle bedeutenden kommunalen und regionalen
Planungsverfahren anwenden zu können, muss es in allen
beteiligten Ländern in verschiedenen laufenden Planungsverfahren
erprobt und den jeweiligen Anforderungen an eine optimale,
zukunftsfähige Umsetzung angepasst werden.
Aktivitäten:
Zusammenstellung der rechtlichen und fachlichen Grundlagen,
der administrativen Zuständigkeiten und Planungsverfahren
in den beteiligten Ländern. Ermittlung der Anforderungen
an ein effizientes Bodenbewertungsverfahren aus Sicht der
zukünftigen Anwender in den Kommunen. Entwicklung eines
Bodenbewertungsverfahrens als Planungswerkzeug, das insbesondere
für die Raumplanung (z. B. Raumordnung, städtebauliche
Flächennutzungs- und Bauleitpläne, Straßenbaupläne
und straßenbauliche Projekte, Umweltverträglichkeitsprüfung
sowie andere fachliche Pläne, Programme und Maßnahmen)
genutzt werden kann.
Erprobung des Verfahrens in verschiedenen tatsächlichen
Planungsverfahren in allen beteiligten Ländern als
Pilotprojekt unter Berücksichtigung der regionalen
Besonderheiten. Für die Umsetzung des Verfahrens in
die tägliche Praxis werden Strategien entwickelt und
erprobt. Vergleich und Bewertung der Verfahren und Ergebnisse
der Pilotprojekte in Hinblick auf die jeweiligen Rahmenbedingungen
und spezifischen Anforderungen der Partner. Umfangreiche
Öffentlichkeitsarbeit, Verbreitung und Weitergabe von
Informationen über die Inhalte, Vorgehensweisen und
Themen des Projekts und seine Ergebnisse, darin inbegriffen
Strategien für die allgemeine Bewusstseinsförderung
des Themas Boden. Entwicklung und Erprobung eines Informationsnetzwerkes
im Internet. Entwicklung eines Verfahrens, das die Effizienz
des Bodenbewertungsverfahrens und der Umsetzungsstrategien
kontrolliert.
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