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Presse - 13.10.2006  09:53

PRESSETEXT NEWSSERVICE : Bodenbiologie im Zeichen des Bodenschutzes EU schlägt Rahmenrichtlinie und abgestimmte Verträglichkeitsprüfung vor

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Bodenbiologie im Zeichen des Bodenschutzes
EU schlägt Rahmenrichtlinie und abgestimmte Verträglichkeitsprüfung vor

Braunschweig (pte/11.10.2006/13:45) - Wie lebensnotwendig die Erhaltung der Bodenqualität ist, haben Wissenschaftler bei einer Tagung der Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft FAL http://www.fal.de in Braunschweig hervorgehoben. Unter dem Thema "Leistungen und Gefährdungen von Bodenorganismen in genutzten Böden" haben Wissenschaftler ihre Arbeiten zu biologisch-bestimmten Bodenfunktionen, dem Klimawandel und Schadstoffabbau vorgelegt.

"Besondere Aktualität erhielt die Veranstaltung dadurch, dass die Europäische Kommission am 22. September eine Strategie zum Schutz der Böden in Europa vorgeschlagen hat, die von einem Vorschlag für eine EU-Rahmenrichtlinie und einer darauf abgestimmten Verträglichkeitsprüfung begleitet wird", so Stefan Schrader vom Institut für Agrarökologie der FAL, im pressetext-Interview. Die EU-Kommission habe dabei schwerwiegende Gefahren, die die natürlichen Funktionen der Böden zunehmend bedrohen, identifiziert. "Dazu gehören Verdichtung, Verlust an Biodiversität und organischer Substanz, Erosion, Versiegelung, Erdrutsche sowie Versalzung", führt der Forscher aus. "Die EU-Strategie sieht vor insbesondere die Bodenforschung zu fördern und das Bewusstsein der Öffentlichkeit zu schärfen. Damit Gefahren vom Boden abzuwenden, seine Funktionen zu erhalten oder zu regenerieren und zukünftige Dienstleistungen aus der Bodennutzung zu sichern." Forschung zur funktionellen Biodiversität im vorsorgenden Bodenschutz gehöre zu den Kernaufgaben des Institutes für Agrarökologie der FAL und werde in vielfältigen nationalen und internationalen Kooperationen durchgeführt.

Beim Treffen der Forscher, die zum größten Teil aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, aber auch aus Finnland, Rumänien und Schottland kamen, wurden aktuelle Arbeiten zu biologisch-bestimmten Bodenfunktionen, dem Klimawandel und Schadstoffabbau vorgetragen. "Weitere Schwerpunkte waren funktionell bedeutsame Aspekte der Biodiversität im Boden, Belastung und Regeneration der Biodiversität bei Bodennutzung sowie Ansätze zur Klassifizierung der Biodiversität, ihrer Leistungen und kritischen Grenzen bei Belastung des Bodens", erklärt Schrader. "Die Präsentationen und Diskussionen zeigten, dass zukünftig verstärkt eine detaillierte Aufschlüsselung mikrobieller Gemeinschaften und ihrer Leistungen erfolgen sollte." Eine stärkere wissenschaftliche Verknüpfung zwischen Leistungen der Bodentiere und bodenphysikalischen Prozessen werde als erforderlich erachtet.

"Bodenbiologische Fragestellungen sollten vermehrt die Hauptaspekte des Klimawandels einbeziehen, um mögliche Änderungen der Biodiversität und damit verknüpfter Funktionen und Leistungen aufzuzeigen", meint Schrader. Dazu gehöre etwa ein Anbau, der an Standorte angepasst ist. Teilweise sollte hier auf konventionelle Bodenbearbeitung ganz oder über einen bestimmten Zeitraum verzichtet und eine konservierende Bodenbearbeitung durchgeführt werden. "Dadurch kann die biologische Aktivität angeregt werden. Zudem gibt es immer noch zahlreiche Dinge, die wissenschaftlich erst geklärt werden müssen - wie etwa verschiedene Transportprozesse im Boden." Beispiele dafür sind Auswirkungen bei der Einleitung von Schadstoffen aus der Luft, aber auch die Einbringung von Rückständen aus veterinärmedizinischen Pharmaka über Gülle und Mist. "Fazit der Veranstaltung war, dass eine gezielte Aufklärung biologisch gesteuerter Prozesse eine wesentliche Voraussetzung für die Entwicklung nachhaltiger Bodennutzungssysteme ist", erklärt der Experte abschließend. (Ende)




Aussender:
pressetext.austria
Redakteur: Wolfgang Weitlaner
email: weitlaner@pressetext.com
Tel. +43-1-811 40-307

   

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